Projektbeschrieb


Projektbeschrieb   Kinderart

 

 

Die Idee und das Ziel

 

Der Verein „KINDERART“ will Kindern aus Familien mit kleinstem Budget ermöglichen, sich kreativ zu betätigen und kunsttherapeutisch begleitet zu werden.

Das Angebot richtet sich an Kinder mit psychischen Auffälligkeiten, Kinder mit geringem Selbstwertgefühl, psychosomatischen Erkrankungen, fein- oder grobmotorischen Schwierigkeiten, Hochsensibilität oder ADHS. Viele dieser Kinder geraten mit ihren Problemen im Schulbetrieb und oft auch im ausserschulischen Bereich unter enormen Druck. Auch die Eltern und die Lehrpersonen der Schule sind stark gefordert. Oft bildet sich eine negative Spirale.

In der Corona-Zeit scheint das Problem aktueller denn je. Wobei sich Ängste und Unsicherheiten verstärken. Die obgenannten Probleme sind bereits anerkannt, jedoch fehlen die Mittel, um gewisse Therapien zu finanzieren. Gleichzeitig kann beobachtet werden, dass gewisse Eltern wegen psychischer Instabilität oder fehlender Mobilität nicht in der Lage sind, ihre Kinder regelmässig in eine Therapie zu bringen. Für diese Fälle scheint es fast unmöglich, eine therapeutische Begleitung  erfolgreich durchzuführen.

Der Verein „KINDERART“ setzt sich zum Ziel, in solchen Fällen kunsttherapeutische Begleitung zu gewährleisten. Die aufbauende und stabilisierende Wirkung von schöpferischer Tätigkeit ist allgemein anerkannt. Die niederschwellige Therapieform ist gerade für Menschen mit geringem Bildungshintergrund oder wenig Deutschkenntnissen besonders geeignet.

Mal- und Kunsttherapie hat sich im stationären Bereich (z.B. psychiatrischen Institutionen, begleitetes Wohnen usw.) zunehmend etabliert. Der Verein „KINDERART“ füllt eine Lücke im ambulanten Bereich.

 

 

Verein „KINDERART“ für wen?

 

Wir möchten Kinder erreichen, die durch die Maschen fallen. Deswegen bieten wir Kindern mit Migrationshintergrund, Kindern von IV-BezügerInnen, Kindern von Alleinerziehenden und Kindern von SozialhilfeempfängerInnen unsere kreative Begleitung an. Allgemein sind Kinder betroffen, deren Eltern sich keine Krankenkassenzusatzversicherung leisten können und somit keine Zuschüsse für Therapie- und Präventionsangebote erhalten.

 

 

Wie werden die Ziele umgesetzt ?

 

Die Kinder kommen beispielsweise über Schulen, soziale Beratungsstellen, Arztpraxen oder Asylgruppen der Gemeinden zu uns. Die MitarbeiterInnen dieser Stellen sind über unser Angebot durch die Vorstandsmitglieder des Vereins „KINDERART“ informiert und können in Frage kommenden Eltern einen Gutschein für eine Schnupperstunde abgeben. Diese melden sich daraufhin selbstständig bei uns, um einen Termin zu vereinbaren. In den Schnupperstunden klären wir ab, ob unser Angebot für das betreffende Kind, die betreffende Familie sinnvoll ist, und ob eine Weiterführung der Therapie stattfinden soll. Werden keine weiteren Therapiestunden vereinbart, wird die überweisende Stelle informiert.

Wird eine therapeutische Begleitung begonnen, finden Erfahrungsgemäss durchschnittlich dreissig Therapiestunden statt. Das Therapieende wird im Austausch mit den Eltern und/oder der überweisenden Stelle festgelegt.

 

Für die oben genannten Beratungsstellen gibt es keinen Mehraufwand. Die Arbeit für die Gesuchstellung durch die Beratungsstellen fällt weg, da unsere Stunden über Beiträge von verschiedenen Fonds, Stiftungen und Privatpersonen finanziert werden.

 

Die Kunsttherapeutin arbeitet zu Gunsten der Kinder zu einem reduzierten Stundenansatz. Für die Kinder und gegebenenfalls für ihre Eltern sind die Besuche gratis.

 

 

Wie funktioniert die Mal- und Kunsttherapie von „KINDERART“?

 

Die Mal- und Kunsttherapie ist eine Therapieform, die künstlerische Mittel wie Malen, dreidimensionales Gestalten, Musik, Bewegung, Geschichten und szenisches Spiel in den therapeutischen Prozess miteinbezieht. Was schwierig in Worte zu fassen ist, kann nonverbal ausgedrückt werden. Bilder sagen mehr als Worte.

Für die Teilnahme braucht es weder künstlerische Vorkenntnisse noch besondere Begabungen. Wir begleiten die Kinder und nach Möglichkeit auch deren Eltern bei ihren schöpferischen Erkundungen und unterstützen diese dabei, Freude am Experimentieren zu entwickeln und Mut für den eigenen Ausdruck zu finden. Kraftquellen können so gefördert und reaktiviert werden. Das kreative Schaffen spricht alle Sinne an und ermöglicht neue Erfahrungen und wertvolle Einsichten, die ins alltägliche Leben einfliessen können.

 

Wir dürfen auf ein wirkvolles Jahr zurückblicken. Es ist uns gelungen, Kindern und ihren Eltern kreative, kunsttherapeutische Stunden anzubieten und bei ihnen Entspannung, Entlastung und Freude zu bewirken.

Die Rückmeldungen von Eltern, Geschwister oder anderen Bezugspersonen berühren uns.

Folgende Nachricht der Lehrerin eines Kindes aus der 2. Klasse hat uns im Juni 2021 erreicht: „Für mich als Lehrperson ist es eine Chance, wenn ich junge Menschen zu KINDERART schicken darf. Auffälligkeiten, Besonderheiten aus dem Schulalltag werden so in einem geschützten Rahmen aufgefangen und therapiert. Eine wichtige Entlastung für Kind, Eltern und Lehrperson!“ E. W. LP Ruswil

Die Verhaltensänderungen bei den Kindern zeigen uns die Nachhaltigkeit unseres Projektes auf.

Eine weitere Aussage einer am Projekt beteiligter Lehrperson: „Das KINDERART-Projekt stärkt das Selbstvertrauen der Kinder. Durch die Einzelbetreuung kann gezielt auf das Kind eingegangen werden. A. wurde ruhiger und kann sich jetzt auf die Unterrichtsinhalte konzentrieren. Ein wertvolles Angebot für die Kinder unserer Schule.“

Immer wieder erreichen uns Anfragen. So starteten wir beispielsweise am 24. August neu im Schulhaus Schädrüti, Luzern, da bieten wir wöchentlich drei Kunsttherapiestunden an.

Folgende aussagen einiger Lehrpersonen, deren Lernende durch „KINDERART“ begleitete wurden motivieren und lassen uns mit unermüdlichem Tatendrang weiter machen:

Unsere Ansprechpartner, d.h. die Schulen und soziale Beratungsstellen, werden von der öffentlichen Hand unterstützt, doch die momentane Situation zeigt, dass es mehr Begleitung braucht. Das Wohl der Kinder liegt uns am Herzen. Wir möchten durch unsere Begleitung die Entwicklung der Kinder und deren Familien in eine positive Richtung lenken.

 

Unser Ziel ist es, ab 2022 fünfzig Therapieplätze anbieten zu können.

 

 

Wer sind wir?

 

Sybilla Zihlmann

Jahrgang 1977

Kindergartenlehrperson

MA Schulische Heilpädagogin

22 Jahre Erfahrung im Regel- und Sonderschulbereich

2018 HFP Fachrichtung Intermediale Kunsttherapie ED

 

Cécile Walliser

Jahrgang 1963

Kindergartenlehrperson

Maltherapeutin

MA Schulische Heilpädagogin

30 Jahre Erfahrung im Regel- und Sonderschulbereich

Mutter

 

Annemarie Steiner

Jahrgang 1959

Primarlehrperson

MA Schulische Heilpädagogin

20 Jahre Erfahrung im Regelschulbereich

Eidg. dipl. Gärtnerin

Mutter

 

 

Wo werden die Stunden durchgeführt?

 

Der Vereinssitz befindet sich in Ruswil. Dort steht uns ein rollstuhlgängiger Therapieraum an der Hellbühlerstrasse 34 zur Verfügung.

Der 20 m2 grosse Raum ist mit Malwand, Farben, Ton, Schleichtieren und anderen Materialien zur freien Gestaltung ausgerüstet.

 

Gleichzeitig bietet unser Konzept auch die aufsuchende Kunsttherapie an: In Fällen, wo die Eltern physisch oder psychisch nicht fähig sind, die Kinder regelmässig in die Praxis zu begleiten, findet die Therapie in der Schule des Kindes statt.

Es soll wirklich für alle Kinder möglich sein, dieses Angebot zu besuchen, beispielsweise auch für Kinder von alleinerziehenden Eltern, welche zu 100 % arbeiten und aus diesem Grund ihre Kinder nicht fahren können. Für Kinder von Eltern mit psychischen Problemen, die nicht fähig sind, ein Kind regelmässig ausserschulisch in eine Therapie zu bringen, gilt das Angebot der aufsuchenden Mal- und Kunsttherpie.


Aufsuchende Kunsttherapie bedingt in unserem Fall, eine enge Zusammenarbeit mit den Schulen, indem die Schule einen Raum für die kunsttherapeutischen Stunden zur Verfügung stellt. Die Materialien werden, sofern sie nicht in den Schulen deponiert werden können, jeweils von der Kunsttherapeutin mitgebracht.

Im ersten Vereinsjahr durften die Klienten im Therapieraum von Sybilla Zihlmann begleitet werden.

 

Wie sieht der Projektzeitplan aus?

 

Mai 2020

ŸDas Projekt wurde anfangs Mai von Sybilla Zihlmann als Versuchsbetrieb unentgeltlich gestartet. Der Verein soll das Projekt langfristig sichern.

ŸGründung des Vereins KINDERART

Juni bis Dezember 2020

ŸMittelbeschaffung

ŸSchulen, soziale Beratungsstellen, Asylgruppen, Arztpraxen, usw. werden laufend über das Projekt informiert und mit Gutscheinen ausgestattet. (siehe Punkt Ziele)

Sofern genügend Gelder zur Verfügung stehen, kann das Projekt über die nächsten Jahre weiterentwickelt werden.

 Ab Januar 2021 bis Dezember 2021

ŸMittelbeschaffung, damit ab 2022 fünfzig Kinder begleitet werden können.

 

Weiterentwicklung des Projekts

Die bisher über das Projekt informierten Therapeutinnen würden sich gerne für den Verein KINDERART einsetzen. Auch die Nachfrage nach Therapieplätzen scheint gegeben. Viele Kinder brauchen Unterstützung.

Nach Möglichkeit wird das Projekt weiter ausgebaut.

 

Mittelbeschaffung

Wir streben an, die effektiv durchgeführten Therapiestunden durch einen oder mehrere Sponsoren oder durch Unterstützung von zielverwandten Organisationen oder Stiftungen decken zu können.

Stiftungen und andere Geldgeber leisten einen Beitrag an die oben genannten Ziele, welche wir mit unserem Angebot anstreben.

 

Kosten und Ertrag

Im Verlaufsjahr 2022 setzen wir uns zum Ziel, 50 Kinder begleiten zu dürfen. Die Therapiedauer variiert von Fall zu Fall. Erfahrungsgemäss dauert eine Therapie zwischen 0.5 und 2.5 Jahre mit 10 bis 45 Therapiestunden. Aus diesem Grund gehen wir von einem Durchschnittswert von 30 Therapiestunden aus.

Für die Kunsttherapiestunden verrechnen wir einen Ansatz von Fr. 90.00. Darin enthalten sind die Raummiete und Materialkosten. Die Differenz von Fr. 30.00 zum üblichen Honorar von Mal- und KunsttherapeutInnen (um 120.-) ist Teil der Eigenleistung an das Projekt.

Weitere Eigenleistungen seitens der Projektbetreiberinnen sind sämtliche Arbeiten der Projektierungsphase (Konzept, Budgetrechnung, Vorgespräche mit Personen und Institutionen zur Bedürfnisabklärung, Finanzgesuche, Abrechnungen, Kontakte und Gespräche mit Institutionen und zuweisenden Stellen)

 

 Vollkosten        Eigenleistung          Therapiekosten

                           Therapeuten

Fr. 180’000        Fr. 45’000                     Fr. 135’000

----------------      ---------------                    ----------------

Gesamtkosten für 50 Therapieplätze Fr. 135’000

 

Dank der Spende von 2000.- konnte das Projekt im Mai 2020 gestartet werden. Auch die Alice Bucher Stiftung und das Migros Kulturprozent hat uns unterstützt.

Weiter werden jetzt Gesuche an Stiftungen, Fonds und Privatpersonen gestellt.

Passivmitglieder und Aktivmitglieder unterstützen die Kinder mit einem Vereins-beitrag von 90.- im Jahr.

 

Wird keine Vollauslastung erreicht, werden noch vorhandene Projektgelder auf das Folgejahr übertragen.

 

 

Spendekonto

Verein KINDERART

Hellbühlerstrasse 34

6017 Ruswil

IBAN: CH09 8080 8007 8575 2742 8

Raiffeisenbank